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Gastbeitrag von Uwe Post exklusiv
für Fotoreiseberichte.de.
Die Hauptstadt der Insel ist mit Abstand deren größte Ansiedlung - die meisten
der 120.000 Einwohner von Curaçao leben in Willemstad. Es erstreckt sich
rund um das Schottegat, welches neben einer riesigen Raffinerie den siebtgrößten
Hafen der Welt umfasst. Der Naturhafen teilt die Stadt in zwei Zentren:
Otrobanda im Westen und Punda im Osten. Wer nicht den Umweg außen um die
Raffinerie herum nehmen will, kann an zwei Stellen von Westen nach Osten
gelangen: Über die 56 Meter hohe Königin-Juliana-Brücke oder, was viel spannender
ist, über die einzigartige Königin-Emma-Brücke am Ausgang des Schottegat, die
von den Einheimischen liebevoll "Emma" genannt wird.
Die Emma ist eine Ponton-Schwimmbrücke, die nur für Fußgänger zugänglich ist
und mehrmals täglich, von Schiffsschrauben angetrieben, zur Seite fährt,
um Schiffe passieren zu lassen. Wenn die Brücke mal für längere Zeit geöffnet
bleibt, nehmen sich zwei robuste Fähren des starken Personenverkehrs an
- ihre Benutzung ist wie die der Brücke kostenlos.
Man muss jederzeit damit rechnen, dass die "Emma" hupt und wenig später
losfährt - besonders unangenehm, wenn man auf der einen Seite steht und
dringend einen Bus auf der anderen Seite erwischen will. Auch wenn die Fähren
für die eigentliche Überfahrt nur wenige Minuten benötigen, vergeht
einige Zeit, bis sie endlich losfahren.
Der Eingang zum Schottegat wird beidseitig von Forts geschützt: Fort Amsterdam
auf der östlichen und das Rifffort auf der westlichen Seite. Ersteres
wurde 1641 fertiggestellt und ist das älteste Bauwerk auf Curaçao.
Einen Besuch wert ist der Schwimmende Markt in Punda, der von der Emma-Brücke
aus linker Hand um die nächste Ecke liegt. Händler, die jeden Morgen aus
dem nahen Venezuela anreisen, bauen ihre Stände direkt neben ihren Schiffen
auf und verkaufen frisches Obst und Gemüse.
Die Händler machen Preise "frei Schnauze", also nach Lust und Launeund fast immer in ganzen Gulden.
Billiger und einfacher kommt man nicht an saftige Mangos, riesige Bananen,
unglaubliche Papayas und alle möglichen anderen Naturprodukte. Vom Schwimmenden
Markt aus sieht man die große, runde Markthalle, in der es ebenfalls recht
bunt zugeht. Günstig einkaufen kann man hier allemalund in der
Umgebung befinden sich diverse weitere Geschäfte sowie ein riesiger Parkplatz.
Die Punda-Seite der Innenstadt in der Nähe der Emma-Brücke ist stark touristisch
geprägt - man findet ein Schuhgeschäft neben dem anderenund sie sind auch sehr
gut besucht, sofern mal wieder eines der vielen Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegt.
Auf der anderen Seite, in Otrabanda, trifft man mehr Einheimische und
fast keine Andenkenläden an. Weder hier noch dort werden Touristen von
verkaufstüchtigen, fliegenden Händlern genervt. Nur ein Mann mit einer
riesigen Schlange um den Hals fragt so ziemlich jeden, ob er sich mit der Schlange
fotografieren lassen will.
Selbst die Straßencafés in bester Lage, also direkt an der Emma-Brücke,
kassieren keine allzu überhöhten Preise. Einen großen Mango-Milchshake
bekommt man beispielsweise für 6 Gulden (etwa 2,60 Euro).
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