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Gastbeitrag von Uwe Post exklusiv
für Fotoreiseberichte.de.
Landschaft
Außerhalb von Willemstad Richtung Westen wird die Besiedlung immer dünner.
Vereinzelte Häuser stehen entlang der Straße, außerdem einige Bauruinen.
Hohe Bäume findet man kaum, doch trotzdem ist die Insel grün - auch wenn
die Farbe vom allgegenwärtigen Kakteengestrüpp und niedrigen Büschen
herrührt.
Im nördlichen Teil der Insel erstreckt sich eine unerwartete Hügellandschaft
mit hübschen Aussichtspunkten direkt an der Straße.
Wer die optimale Aussicht genießen will, der muss sich auf den Gipfel
des Christoffel-Berges begeben. Aber der will erst einmal bezwungen sein -
im Nationalpark, in dem der Berg liegt, werden früh morgens startende Wanderungen
veranstaltet. Die gesamte Insel ist von Steilküste umgeben, nur im Westen finen sich
zahlreiche flache Buchten mit Stränden. Die ins Meer ragenden Felsen bergen
vielerorts versteinerte Korallen in den Sedimentschichten.
Boka Tabla
Kurz vor Westpunt zweigt die Straße nach Boka Tabla ab. Der Eintritt in dieses
Schutzgebiet für Meeresschildkröten an der Ostküste kostet 2,65 NAf pro Person.
Gut befestigte Wanderwege führen zu einer Grotte, in die Wellen vom Meer eindringen.
An einigen Aussichtspunkten kann man sich die Gischt der mehrere Meter hohen Brecher
ins Gesicht wehen lassen. Ebenfalls zu bewundern ist eine natürliche Brücke,
die das Meer aus dem Gestein gefräst hat.
Noordkant
Von Willemstad aus Richtung Brievengat gelangt man ebenfalls an die stürmische
Nordküste. Die Fahrt geht durch ein Industriegebiet und entlang einer einsamen
Buckelpiste, dann erreicht man die Playa Kanoa. Hier tummeln sich Surfer, baden kann man
aufgrund des hohen Wellengangs und der Strömung nicht.
Hato-Höhlen
Zwei Kilometer östlich des Flughafens liegen die Hato-Höhlen. Gegen ein
Eintrittsentgeld in Höhe von 11,30 NAf gibt es, verglichen mit den meisten
Tropfsteinhöhlen in Deutschland, nicht viel zu sehen: Die Führung (alle
60 Minuten von 10 bis 16 Uhr, Dauer 30 Minuten) ist kurz und oberflächlich -
es werden weit mehr Fantasiegestalten wie Elefanten, Marienstatuen, Piratenköpfe
und Quallen vorgestellt als geologische Informationen gegeben. Genau richtig für
Pauschaltouristen, die auf einem Inseltrip hier Station machen und hinsichtlich ihrer
Ausflüge "leichte Kost" bevorzugen. Fotografieren darf man nur in der
"Kathedrale", in die durch ein Loch in der Höhlendecke Tageslicht einfällt.
Die installierte Beleuchtung begünstigt vielerorts das Wachstum von Algen. Die
Wege sind gut ausgebautund man kann zahlreiche Fledermäuse beobachten.
Die Luft in der Höhle ist warm und stickig - dagegen sind sogar Ventilatoren
installiert, die aber nicht viel ausrichten.
Flora und Fauna
Grünzeug auf Curaçao rekrutiert sich hauptsächlich aus Kakteen
und Gestrüpp sowie Gräsern. Palmen oder Blütenpflanzen findet man
vor allem in Gärten. Die teilweise abenteuerlich verwachsenen Divi-Divi-Bäume
sind die größten Gewächse, die man findet. Die Tierwelt ist
allgegenwärtig.
Vögel - ihnen ist ein separates
Kapitel gewidmet - hört man immer und überall, außer nachts, dann
übernehmen Mücken, Fledermäuse und Grillen die Geräuschkulisse.
Zwischen Steinen und auf den Straßen findet man zahllose kleine bis über einen
Meter lange Leguane (Iguanas). Am Meer gibt es Schwärme von Libellen.
An den Straßen laufen tagsüber Haustiere herum: Hühner, Ziegen, (wilde)
Hunde. Letztere veranstalten nachts leider häufig Heulwettbewerbe.
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