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Achtung, die Sprachschule ist inzwischen leider geschlossen und hat ihren Dienst komplett eingestellt.
Stand: Mai 2008
Im Jahre 2002 erfuhr ich davon, dass auf Trinidad eine Sprachschule unter
deutscher Leitung eröffnet worden war, in der man Englisch lernen konnte. Wie es
das Schicksal wollte, entstand aus dieser "flüchtigen Online-Begegnung" mehr, und in mir
reifte die Idee, meine Englischkenntnisse unter Palmen aufzupolieren. Meinen ersten Anlauf,
den Plan in die Tat umzusetzen, startete ich im Sommer 2003. Die Sprachschule war in der
Zwischenzeit nach Tobago umgezogen, was mich jedoch nicht im Mindesten von meinem Vorhaben abhielt, denn
ich hatte diese Insel während meiner Reise im Sommer 1999 lieben gelernt. Leider
gelang es mir vier Jahre später nicht, einen Flug zu buchen - alle Plätze
waren belegt. Deshalb wurde mein Plan erst einmal auf Eis gelegt, bis es im November 2004
endlich geklappt hat: Ich flog nach Tobago und besuchte die Sprachschule
"Team Speak Spoke Spoken" in Bon Accord Village.
Gleich nach meiner Landung auf Tobago holte mich ein Mitarbeiter der Sprachschule am
Flughafen ab und brachte mich zu meiner Gastfamilie. Jawohl, zur Gastfamilie, denn ich hatte
im Vorfeld beschlossen, dass ich bei dieser Art der Unterkunft garantiert nicht auf
den Gedanken kommen könnte, Deutsch zu reden. Mit den Einheimischen verständigt
man sich auf Englisch oder gar nicht, und schließlich wollte ich auf Tobago mein
Englisch aufbessern.
Mein Gastvater Lincoln und sein Sohn waren mir auf Anhieb sympathisch. Nett fand ich auch
die zwei niedlichen Hunde Pebbles und Max (siehe Foto rechts). Im Haus, das ganz in der
Nähe der Sprachschule lag, bezog ich ein gemütliches Gästezimmer mit eigenem Bad und Klimaanlage. Letztere
wurde während meines dreiwöchigen Aufenthalts auf Tobago eine meiner besten
Freundinnen. :-)
Die Küche der Gastfamilie stand mir ebenfalls zur freien Verfügung, ich durfte
mir auf dem Gasherd und im Mikrowellenofen bruzzeln, was ich wollte. Am schönsten
war es jedoch, von Lincolns Kochkünsten verwöhnt zu werden, die karibische Küche
ist wirklich phantastisch. Und Kochen ist kommunikativ, wir haben sehr viel gelacht,
während wir zusammen in der Küche standen. Durch dieses familiäre "Drumherum"
machte das Absolvieren des Englischkurses an der Sprachschule noch viel mehr Spaß.
In einem Appartement mit Pool zu wohnen, wäre ohne Zweifel deutlich luxuriöser gewesen,
aber ganz sicher bei weitem nicht so unterhaltsam.
"Auf Tobago wird aber doch gar kein richtiges Englisch gesprochen!" Diesen Einwand
erhoben viele Karibikkenner, und solche, die es vorgaben zu sein, als ich ihnen einige Wochen zuvor von meiner geplanten
Sprachreise berichtete. Das mag zwar auf die umgangssprachliche Kommunikation der
Einheimischen zutreffen (die Leute sind mitunter verteufelt schwer zu verstehen!).
Aber an der Sprachschule würde dies anders sein,
dessen war ich mir sicher - und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
Die Lehrer beherrschten perfektes Englisch und spürten zielsicher jeden
grammatikalischen Holperer und kleinste Aussprachefehler auf, mit denen die
Schüler zu kämpfen hatten.
Am ersten Tag wurde uns Schülern alles rund um den Kurs und die Schule erklärt,
dann absolvierten wir einen schriftlichen Englischtest. Anhand der Ergebnisse dieses Tests
wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt, eine für Anfänger und eine für Fortgeschrittene.
Zwischen fünf und zehn Teilnehmer umfasste jede der beiden Gruppen. Das Lernen im kleinen Kreis
war damit garantiert. In einer gelungenen Mischung aus der Vermittlung sprachlicher
Grundlagen und teils sehr angeregten Diskussionsrunden gelang es den Lehrern, uns
ein intensiveres Gefühl für die Sprache zu vermitteln. Nach dem Besuch des Kurses hatte ich
wirklich den Eindruck, neue Sprachkenntnisse und eine größere Sprachsicherheit
mit nach Hause zu nehmen.
Die Schule befand sich im Dörfchen Bon Accord Village, das nur wenige
Autominuten vom internationalen Flughafen Crown Point entfernt ist. Das Gebäude,
in dem der Unterricht stattfand, steht auf dem Gelände des ehemaligen
Bon Accord Estate. Im weitläufigen Schulgarten spendeten riesige Bäume Schatten,
unter denen manchmal Unterrichtsstunden stattfinden, wenn es im zweistöckigen Gebäude
(trotz der luftiger Bauweise und der vielen Ventilatoren) zu heiß wird. In der
tropischen Natur zu lernen, fand ich besonders angenehm, weil meist ein leichter Wind weht.
An der Schule wurde aber nicht nur die Englisch gelehrt. Verschiedene
Freizeitaktivitäten, darunter Beachvolleyball oder ein abendliches Beach Barbeque
(siehe Foto rechts),
sorgten für eine gute Stimmung innerhalb der Schülergruppen. Allerdings sollte man sich
nichts vormachen: Wer in die Schule geht, der muss gelegentlich Hausaufgaben erledigen,
was offen gestanden ziemlich viel Überwindung gekostet hat, weil die Insel so viele
angenehmere Optionen zur Freizeitgestaltung zu bieten hat.
Apropos Freizeit. Das Schulteam war den Schülern immer gern bei der Planung
der Freizeitaktivitäten behilflich. Es bestanden Kontakte zu vielen interessanten Leuten,
darunter Tauchlehrer oder Naturkenner. Über die Schule lernte ich beispielsweise
den Naturführer Peter Cox
kennen, stets zu erkennen an seinem Hut und dem Spektiv (ganz rechts). Mit ihm unternahm ich einige
wirklich schöne Wanderungen auf Tobago. Auch auf Trinidad begegnete ich einer wunderbaren
Naturführerin. Simone Bucher von Green Banga Tours (siehe linkes
Foto in diesem Absatz; die Firma existiert leider ebenfalls nicht mehr) wurde mir vom Schulleiter empfohlen, und ich war mehr als begeistert von
ihren Ausflügen.
Bedauerlicherweise hat sich die Sprachschule nicht halten können, sie schloss einige Jahre nach ihrer Gründung ihre Pforten. Das finde ich sehr schade, denn ich hatte dort eine wunderbare Zeit und habe zudem mein "Business English" perfektionieren können. Eine weitere empfehlenswerte Website über die Schule ist das Online-Tagebuch
von Susanne, die ich persönlich kenne und an deren Tobago-Trip ich nicht ganz unschuldig bin. Als ich
ihr von der Sprachschule erzählte, nahm das Schicksal auch für sie seinen Lauf,
weshalb sie in der Zeit von Februar bis Mai 2005 ein Praktikum an der Schule absolviert hat.
Ihre Erfahrungen präsentiert sie in ihrem Weblog
"Chaos from Tobago". Das
Foto rechts zeigt übrigens ein paar sehr hübsche Palmen, die ganz in der Nähe
der Schule zu finden sind.
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