Sri LankaSäugetiere, Krabben & Schnecken
 

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          Palmenhörnchen Säugetiere zu beobachten, ist in manchen Ländern nicht leicht. Zwar leben in Deutschland beispielsweise Dachse, aber nur die wenigsten Zeitgenossen sehen diese Tiere regelmäßig oder überhaupt einmal in ihrem Leben in freier Natur. Deshalb zieht es etliche Urlauber in die Ferne, um dort imposante Säugetiere wie Elefanten zu betrachten. Beim Gedanken an die Dickhäuter sehen die meisten Menschen sicher afrikanische Savannen als Umgebung für diese faszinierenden Tiere vor ihrem geistigen Auge. Dass man Elefanten und eine ganze Reihe anderer interessanter Säugetiere auch in Sri Lanka relativ leicht in freier Natur beobachten kann, ist hingegen kaum bekannt. Foto rechts: Palmenhörnchen

Hulmane In vielen anderen Ländern, die ich bereist habe, habe ich bei weitem weniger Säugetiere gesehen als in Sri Lanka. Es war für mich überraschend, wie leicht sie sich beispielsweise während einer Safari im Udawalawe-Nationalpark in ihrer natürlichen Umgebung betrachten ließen. Für einen Tierfreund ist eine solche Safari in einen der vielen Nationalparks des Landes ein absolutes Muss. Foto rechts: Hulman

In diesem Kapitel stelle ich die von mir beobachteten Säugetiere in Wort und Bild vor. Auch die Krabben und Schnecken sind auf dieser Seite zu sehen. Leider konnte ich bislang nicht sämtliche Tierarten exakt bestimmen. Sollten Sie eine der abgebildeten, noch nicht benannten Tierarten kennen, würde ich mich über eine Nachricht freuen. Irrtümer bei der bisherigen Artenbestimmung sind freilich nicht ausgeschlossen, obwohl ich dieses Kapitel so sorgfältig wie möglich erstellt habe.

Der Großteil der Fotos stammt von meiner Sri-Lanka-Reise im November 2006. Die restlichen Fotos habe ich im Juni 1998 angefertigt. Ein Foto (Weißbartlangur) hat mein damaliger Freund und Mitreisender Uwe Post beigesteuert. Diese Abbildung ist entsprechend gekennzeichnet und das Urheberrecht dieses Fotos liegt bei ihm.

Indischer Elefant (Asian Elephant, Elephas maximus)

Indischer Elefant In Sri Lanka leben an einigen Stellen heute noch wilde Indische Elefanten, deren Zahl jedoch in den vergangenen Jahren stetig gesunken ist. Man begegnet zwar vielen Elefanten in den Städten und Dörfern, wenn man durch Sri Lanka reist. Bei diesen handelt es sich allerdings meist um vom Menschen abgerichtete Arbeitselefanten. Der Anblick in Freiheit lebender Elefanten wie auf dem Foto rechts wird immer seltener. Glücklicherweise gibt es einige Nationalparks, in denen die Zahl der Elefanten dennoch ansteigt. Zum Beispiel im Udawalawe-Nationalpark leben laut Aussage der Ranger zurzeit etwa 600 Elefanten (Stand: November 2006). Offenbar werden dorthin gelegentlich einige an den Menschen gewöhnte Elefanten gebracht, denn der Ranger erklärte in Bezug auf einen drohenden Bullen, dieser stamme aus dem Elefantenwaisenhaus in Pinnawela.

Indischer ElefantIndische Elefanten erreichen eine Körpergröße zwischen zwei und vier Metern. Sie haben deutlich kleinere Ohren als ihre afrikanischen Verwandten und viele Tiere tragen zudem ein helles Fleckenmuster auf der Stirn und den Ohren, das bei jedem Tier individuell ausgeprägt ist. Diese Fleckenmuster sind laut Aussage eines Naturkundlers des Udawalawe-Nationalparks Pigmentstörungen, die auf einen Vitaminmangel zurückzuführen sind. Ob dies tatsächlich der Grund für die Aufhellung der Haut ist, weiß ich leider nicht. Sobald ich diesbezüglich mehr erfahre, werde ich es an dieser Stelle notieren.

Indischer ElefantWie es für Elefanten typisch ist, leben die weiblichen Tiere mit noch nicht geschlechtsreifen Männchen in Gruppen. Erwachsene Männchen sind Einzelgänger. In Sri Lanka durchstreifen die Elefanten weite Areale. Dabei sind sie vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Zerstören Elefanten beispielsweise Felder, dann werden sie unter Umständen von den Menschen erschossen. Auch fallen gelegentlich einzelne Tiere dem Bürgerkrieg zum Opfer, der auf der Insel lange Zeit geherrscht hat und zurzeit wieder aufflammt, weil sie auf Landminen treten. Oft werden dadurch junge Elefanten zu Waisen. Mutterlose Kälber werden im bereits weiter oben erwähnten Elefantenwaisenhaus versorgt und können dort trotz ihres schweren Schicksals ein einigermaßen artgerechtes Leben in einer Herde unterschiedlich alter Artgenossen führen. (Alle Fotos: Udawalawe-Nationalpark, 2006)

Palmenhörnchen (Striped Palm Squirrel, Funambulus palmarum)

Palmenhörnchen Sowohl bei den Einheimischen, als auch bei den Touristen sind die flinken, kleinen Palmenhörnchen gleichermaßen beliebt. Diese Tiere messen vom Kopf bis zum Ende des Rumpfes, also ohne den buschigen Schwanz, zwischen elf und 18 Zentimeter. Auf dem bräunlichen Fell verlaufen mehrere parallele helle und dunkle Streifen über den Rücken, meist sind es drei oder vier helle Längsstreifen. Palmenhörnchen leben in Palmenhainen und in lichten Dschungelgebieten. Weil sie tagaktiv und obendrein dem Menschen gegenüber furchtlos sind, kann man sie leicht beobachten. Häufig werden sie von den Menschen gefüttert, weil sie so niedlich anzusehen sind, wenn sie die Nahrung aus den Händen annehmen. In den Gärten mancher Hotels gehen die Tiere regelrecht auf Streifzüge und durchbeißen Rucksäcke oder Taschen, die unbewacht sind, um an Nüsse, Kekse oder andere Leckerbissen zu gelangen. Ich selbst habe die Tiere immer nur mit Obst gefüttert, weil ich der Ansicht bin, dass das Futter zumindest artgerecht sein sollte, wenn man sich schon in die Natur "einmischt".

Palmenhörnchen Butterkekse, Kuchen und dergleichen sind kein artgerechtes Futter für Wildtiere. Bitte bedenken Sie dies, wenn Sie in Sri Lanka dem Charme der possierlichen Tiere erliegen und sie mit einem Leckerbissen verwöhnen möchten. Süße, saftige Früchte werden mindestens genauso gern von ihnen angenommen und sind weitaus gesünder. Werden die Palmenhörnchen gerade nicht vom Menschen gefüttert, begnügen sie sich mit natürlicher Nahrung wie Grassamen oder anderen Sämereien. Die Früchte der Pandanusbäume habe ich sie ebenfalls fressen sehen. Hören kann man die kleinen Säugetiere übrigens auch recht deutlich. Insbesondere in den frühen Morgenstunden während des Sonnenaufgangs sowie am Nachmittag veranstalten sie lautstarke "Pfeifkonzerte" (siehe Klangbeispiel). Wenn sich ein Greifvogel nähert, erklingen noch schrillere Rufe, sie als akustische Warnsignale für Artgenossen. (Beide Fotos: Aluthgama, 2006)

Sri-Lanka-Riesenhörnchen (Grizzled Giant Squirrel oder Sri Lankan Giant Squirrel, Ratufa macroura dandolena)

Sri-Lanka-Riesenhörnchen In den Wäldern Sri Lankas und Südindiens lebt das Sri-Lanka-Riesenhörnchen, das in Sri Lanka in drei Unterarten vorkommt (R. m. dandolena, R. m. melanochra und R. m. macroura). Diese Tiere können bis zu 80 Zentimeter lang werden und sind aufgrund ihrer hell-dunklen Fellzeichnung sowie des buschigen Schwanzes äußerst auffällige Erscheinungen. Die rosafarbene Nase steht in starkem Kontrast zur restlichen Kopffärbung. Riesenhörnchen leben vorwiegend in den Gipfelregionen hoher Bäume (ursprünglich in Regenwäldern, in Sri Lanka jedoch nun auch anderenorts). Sie können sehr gut springen und Sätze von bis zu sechs Metern Weite wurden bei diesen Tieren beobachtet. Auf dem Speisezettel der stattlichen Säugetiere stehen neben Baumrinde, Blättern und Nüssen auch Früchte und gelegentlich Vogeleier.

Sri-Lanka-Riesenhörnchen Eine exakte Längenangabe für das Sri-Lanka-Riesenhörnchen konnte ich bei meinen Recherchen im Internet leider nicht finden. Ich schätze die Körperlänge des von mir beobachteten Tieres auf mindestens 35 Zentimeter zuzüglich derselben Länge für den Schwanz. Die World Conservation Union (Weltnaturschutzunion) stuft diese Tierart zwar nicht als vom Aussterben bedroht ein, die Bestände sind jedoch nicht sonderlich groß, weshalb sie als sehr empfindlich und prinzipiell gefährdet gelten. Das größte Problem für das Sri-Lanka-Riesenhörnchen stellen die Auswirkungen des Menschen auf seinen Lebensraum dar. Durch die Abholzung ursprünglicher Wälder wird der Tierart die Lebensgrundlage entzogen. (Beide Fotos: Sigiriya, 2006)

Goldschakal (Ceylon Jackal, Canis aureus lanka)

Goldschakal Die enge Verwandtschaft mit den Wölfen ist dem Goldschakal deutlich anzusehen. In Sri Lanka kommen diese ursprünglichen, wilden Hunde vor allem in offenen Landschaften vor, also zum Beispiel in den Nationalparks im Süden und Südosten des Landes. Goldschakale sind zwischen 80 und 95 Zentimeter lang, der Schwanz misst 20 bis 30 Zentimeter. Die Schulterhöhe der Tiere liegt bei 35 bis 50 Zentimetern; das Gewicht kann zwischen acht und zehn Kilogramm liegen. Wie es der Name vermuten lässt, ist das Fell dieser Tiere goldgelb gefärbt. Wie viele andere wilde Hunde jagt auch der Goldschakal entweder paarweise oder in kleinen Gruppen. Auf seinem Speisezettel stehen beispielsweise Vögel, Amphibien, Insekten und mitunter auch Aas. (Foto: Udawalawe-Nationalpark, 2006)

Wasserbüffel (Indian Water Buffalo, Bubalus bubalis bubalis)

Wasserbüffel Als Arbeitstiere sieht man Wasserbüffel in Sri Lanka auf den Reisfeldern heutzutage immer seltener. In freier Natur fernab menschlicher Siedlungen sind sie an manchen Stellen anzutreffen, allerdings ist es wahrscheinlich, dass es sich bei ihnen um verwilderte Haustiere handelt. Wilde Wasserbüffel, die nie in der Nähe des Menschen gelebt haben, sind in ihrem gesamten asiatischen Verbreitungsgebiet extrem selten geworden. Ausgewachsene Wasserbüffel können bis zu drei Meter lang werden und eine Schulterhöhe von 1,8 Metern aufweisen - dies gilt überwiegend für wilde Büffel. Ihre domestizierten Verwandten sind teils erheblich kleiner. Diese wiegen in den seltensten Fällen mehr als 500 Kilogramm - eine Gewichtsmarke, die ein wilder Büffel weit übersteigt. Die Färbung der Wasserbüffel variiert je nach Individuum von Grau über Braun bis hin zu Schwarz. Beide Geschlechter tragen Hörner, wobei die der Weibchen kürzer sind als die der Männchen. Die Hörner stehen entweder geradlinig seitlich ab oder sind halbkreisförmig nach innen, also nach hinten gekrümmt. (Foto oben und Foto unten links: Udawalawe-Nationalpark, 2006; Foto unten rechts: Nähe Kurunegala, 2006)

Wasserbüffel  Wasserbüffel

Axishirsch (Spotted Deer, Axis axis)

Axishirsch-Rudel Rotbraunes Fell mit weißen Flecken - wenn man Hirsche mit dieser Zeichnung sieht, dann handelt es sich um Axishirsche. Sie sind auch am Tage aktiv (anders als der Sambarhirsch, der ebenfalls in Sri Lanka lebt) und sind meist in Gruppen von fünf bis zehn Tieren anzutreffen. Diese werden von einem erwachsenen Hirsch angeführt, der entweder besonders kräftig ist oder der ein sehr großes Geweih trägt, das maximal drei Enden je Stange hat. Vom Kopf bis zum Ende des Rumpfes messen diese Tiere rund 1,4 Meter. Ihre Körperhöhe beträgt durchschnittlich 80 Zentimeter und ihr Gewicht liegt bei etwa 100 Kilogramm. Kräuter, Gräser und Laub bilden die Nahrung dieser scheuen Tiere. (Alle Fotos: Udawalawe-Nationalpark, 2006)

Axishirsch  Axishirsch, Männchen

Ceylon-Hutaffe (Toque Macaque, Macaca sinica)

Ceylon-Hutaffe Zur Gattung der Makaken gehört der Ceylon-Hutaffe, eine in Sri Lanka, dem früheren Ceylon, endemische Affenart. Endemisch heißt, dass das natürliche Verbreitungsgebiet dieser Spezies nur in Sri Lanka liegt. Das auffälligste Merkmal der Ceylon-Hutaffen ist die Haarkrone, oder salopp formuliert der "platte Schopf". Der Rumpf dieser Affenart ist 40 bis maximal 55 Zentimeter lang, die Tiere wiegen bis zu fünf Kilogramm. Auch der Schwanz ist etwa einen halben Meter lang. Auf der Oberseite ist das kurze Fell hell rotbraun gefärbt, die Unterseite ist weißlich. Im Gesicht tragen die Tiere kein Fell, die Haut ist dort bräunlich gefärbt. Ceylon-Hutaffen sind tagaktiv und bewohnen Wälder bis in Höhenlagen von 2.000 Metern. Sie verbringen den Tag meist auf dem Boden, schlafen jedoch nachts in Bäumen. Wie es für Affen üblich ist, leben sie gesellig in Gruppen von bis zu 40 Individuen, die meist in etwa doppelt so viele Weibchen wie Männchen umfassen. Gräser, Früchte, Samen und Insekten bilden die Hauptnahrung dieser Affen. (Alle Fotos: Dambulla, 2006)

Ceylon-Hutaffe  Ceylon-Hutaffe

Hulman oder Hanumanlangur (Hanuman Langur, Semnopithecus entellus)

Hulman Das Verbreitungsgebiet des Hulmans oder Hanumanlangurs ist riesig: Es erstreckt sich von der afghanischen Grenze im Bereich des Südhimalajas über Tibet bis nach Bhutan, Sikkim, Indien, Bangladesch und reicht bis nach Sri Lanka. Innerhalb dieses Gebiets leben die Tiere in Wäldern, Arealen mit vielen Sträuchern, Felsgebieten sowie in der Nähe menschlicher Siedlungen und Ackerflächen. Vor allem in Indien gilt diese Affenart als heilig, weil es der Affengott Hanuman war, der im großen Volksepos "Ramayana" dem Helden und Königssohn Rama während seines Kampfes gegen den bösen Herrscher von Lanka, Ravana, tapfer zur Seite stand. Hulmane weisen eine Kopf-Rumpf-Länge von 50 bis 100 Zentimeter auf, der Schwanz kann bei diesen Tieren etwa 70 bis 110 Zentimeter lang sein. Die Körperoberseite ist grau oder hell graubraun gefärbt. Die vordere Körperseite - oder untere, je nach Perspektive -, der Scheitel und die Schwanzspitze sind heller, meist weißlich gefärbt. Bei den meisten Tieren sind die Pfoten und oft auch die Unterarme dunkel (braun oder schwärzlich) gefärbt. Das Gesicht dieser Affenart ist schwarz. Die Tiere leben in Gruppen von bis zu 40 Individuen. (Alle Fotos: Udawalawe-Nationalpark, 2006)

Hulmane  Hulma

Weißbartlangur (Purple-faced Langur, Presbytis vetulus oder Presbytis senex)

Weißbartlangur Im Südwesten, Norden und mittleren Teil Sri Lankas ist der Weißbartlangur heimisch. Innerhalb dieses Verbreitungsgebiets ist die Art in Wäldern, Sümpfen, Parks sowie in Küstennähe anzutreffen. Die Kopf-Rumpf-Länge dieser Affenart kann zwischen 45 und 70 Zentimeter betragen, die Länge des Schwanzes variiert zwischen 60 und 90 Zentimeter. Nahezu am gesamten Körper ist das Fell dunkelbraun gefärbt, am Ende der Arme und Beine ist es besonders dunkel. In auffälligem Kontrast dazu steht der weiße Bart, der den Affen seinen deutschen Namen gab. Bei manchen Tieren sind Scheitel und Schwanzspitze gelblich gefärbt. Das rechts gezeigte Tier war auf dem Hotelgelände heimisch und ließ sich leicht beobachten. Allerdings war es mitunter recht aggressiv. Wenige Minuten, nachdem das Foto entstanden war, spazierte ich in etwa fünf Metern Entfernung vorbei und der Affe raste auf mich zu, um sich dann in meinem Bein zu verbeißen. Ohne dass ich das Tier bewusst gereizt hätte, griff es an, was mich ziemlich entsetzt hat. Glücklicherweise trug ich eine lange Hose aus stabilem Stoff, sodass keine offene Wunde, sondern lediglich ein Bluterguss von dem kräftigen Biss zurückblieb. "Vom Affen gebissen" ist für mich seither mehr als nur ein Sprichwort ... (Foto: Kosgoda, 1998, © Uwe Post)

Rotbrauner Mungo (Ruddy Mongoose, Herpestes smithii)

Rotbrauner Mungo Vor allem in den Wäldern Sri Lankas, aber auch in anderen Habitaten lebt der Rotbraune Mungo, der in manchen Literaturquellen als Indische Rotmanguste bezeichnet wird. Indien und Sri Lanka sind das Verbreitungsgebiet dieser Tierart, die anhand ihres langen Rumpfes und des zur Schnauze spitz zulaufenden Kopfes leicht zu erkennen ist. Das Fell ist graubraun mit einem Rotstich, der Körper des rechts gezeigten Tieres maß vom Kopf bis zum Rumpfende etwa 30 Zentimeter. Weil Mungos tagaktiv sind, hat man gute Chancen, sie in Sri Lanka zu Gesicht zu bekommen. Diese geschickten Jäger ernähren sich von Fischen, Fröschen, Krebstieren, Insekten, Vögeln und kleinen Säugetieren. (Foto: Sinharaja-Regenwald, 2006)

Riesenflughund (Common Flying Fox, Pteropus giganteus giganteus)

Riesenflughund Zu den imposantesten Tieren Sri Lankas gehören ohne Zweifel die Riesenflughunde. Sie sind die größten auf der Insel vorkommenden Fledertiere und haben eine Flügelspannweite von etwa 1,2 Metern. Kopf und Körper dieser Tiere sind mit rotbraunem Fell bedeckt und ihr Gesicht erinnert an das eines Fuchses - daher der englische Name "fliegender Fuchs". Die Flughäute sind dunkel gefärbt und die Zehen sind sehr kräftig, damit sich die Tiere kopfüber an Bäume hängen können. Tagsüber sieht man sie in mehr oder minder großen Kolonien gemeinsam rasten. Viele Tiere dösen, aber trotzdem ist immer viel Bewegung in einer solchen Riesenflughund-Kolonie.

RiesenflughundWenn die Sonne besonders stark auf die Tiere brennt, fächeln sie sich mit ihren Flughäuten Luft zu. Oder sie rempeln einander, weshalb mitunter auch am Tage der eine oder andere Riesenflughund auffliegt - natürlich begleitet von großem Gezeter. Nachts begeben sich die Riesenflughunde auf die Suche nach Nahrung. Sie ernähren sich vor allem von Früchten, beispielsweise Mangos. Manchmal hört man es spät abends über sich rascheln und kann im Mondschein eine Bewegung im Geäst erahnen. Dann ist vielleicht ein Riesenflughund gelandet und beginnt zu fressen. Leuchtet man ihn an, kann man oft nur die Augen aufblitzen sehen und den Körper schemenhaft erahnen, siehe Foto unten rechts. (Fotos oben und unten links: Botanischer Garten, Peradeniya, 2006; Foto unten rechts: Aluthgama, 2006)

Riesenflughund-Kolonie Riesenflughund bei Nacht

Tote FlughundeVon der menschlichen Zivilisation gehen für die Flughunde einige Gefahren aus. Eine dieser Gefahren sieht auf den ersten Blick recht harmlos aus: oberirdische Stromleitungen. Mit ihren langen Flügeln geraten die Tiere leicht zwischen zwei Leitungen und schließen diese kurz - ein tödlicher Stromschlag ist die Folge. An vielen Stellen kann man die Überreste verunglückter Fledertiere an den Leitungen hängen sehen. Leider kann sie niemand entfernen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Deshalb hängen die Kadaver so lange an den Leitungen, bis Wind und Wetter sie irgendwann zu Fall bringen.

Krabben (Crabs)

Axishirsch-RudelWer in Sri Lanka in einem Hotel in der Nähe eines Strandes wohnt, der wird unweigerlich vielen Krabben begegnen. Es kommen zahlreiche unterschiedliche Arten vor, von denen ich einige fotografieren, bisher jedoch nicht bestimmen konnte. Manche Krabben leben am Strand und graben Höhlen in den Sand. Sie sind tagaktiv und flüchten bei der kleinsten Störung in ihre schützenden Höhlen. Andere Arten sind nachtaktiv und leben zudem einige Meter vom Strand entfernt, zum Beispiel in Erdhöhlen in Hotelgärten. Wieder andere leben zwischen Felsen im Bereich der Brandung, sie sind meist dunkler gefärbt als die im Sand lebenden Krabben. Das Foto oben rechts zeigt eine nachtaktive Art, die nach Einbruch der Abenddämmerung im Hotelgarten anzutreffen war. Die Fotos unten zeigen drei Krabben, die am Strand lebten und einander sehr ähnlich sahen sowie eine, die auf Felsen beheimatet war. Die von mir beobachteten Tiere waren alle unterschiedlich groß. Die kleinsten Krabben, die ich in Sri Lanka gesehen habe, hatten eine Panzerbreite von 1,5 Zentimeter, die größten brachten es auf etwa vier Zentimeter Panzerbreite. (Alle Fotos: Aluthgama, 2006)

Unbestimmte Krabbe Nr. 2  Unbestimmte Krabbe Nr. 3

Unbestimmte Krabbe Nr. 4  Unbestimmte Krabbe Nr. 5

Acavus superbus

Acavus superbus In Waldgebieten an schattigen Plätzen kann man vielerorts diese Schneckenart sehen, bei der es sich sehr wahrscheinlich um die Landschnecke Acavus superbus handelt. Die Gehäuse sind eher rundlich geformt und im Durchmesser bis zu vier Zentimeter breit. Fast alle Schneckengehäuse, die ich gesehen habe, waren grünlich gefärbt, weil sie mit Algen bewachsen waren. Angesichts des feuchtheißen Klimas des Regenwaldes ist dies nicht weiter verwundelrich. (Foto: Sinharaja-Regenwald, 2006)

Afrikanische Riesen-Achatschnecke (Giant African Land Snail, Achatina fulica)

Afrikanische Riesen-Achatschnecke An vielen Stellen habe ich in Sri Lanka Afrikanische Riesen-Achatschnecken beobachtet. Diese Tiere stammen - wie es der Name bereits vermuten lässt - ursprünglich aus Afrika. Ihr bevorzugter Lebensraum ist der Boden, doch auch zwischen den Wurzeln von Bäumen und an deren Stämme kann man die Tiere beobachten. Die Schnecken selbst können eine Länge von bis zu 30 Zentimetern erreichen, die Gehäuse können rund 12 Zentimeter lang werden. Recht variabel ist die Gehäusefärbung, häufig dominieren Brauntöne in unterschiedlichen Schattierungen. Mitunter sind auch violette, rötliche oder gar grünliche Farbstiche in den Gehäusen zu erkennen. Da diese Schnecken nachtaktiv sind, sieht man sie tagsüber nur dann, wenn man weiß, wo sie rasten und sich vor den heißen Sonnenstrahlen verstecken. (Foto: Aluthgama, 2006)

 
                 

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