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          Blick über den Grand Harbour Normalerweise bin ich an Städten nicht sonderlich interessiert, mich zieht es eher in die Natur. Weil Valetta jedoch in dem Ruf steht, eine ganz besonders imposante und sehenswerte Stadt zu sein, wollte ich mir während meines Urlaubs auf Malta eine Besichtigung dieses Bollwerks an der Küste Maltas nicht entgehen lassen. Deshalb plante ich einen halben Tag für die Besichtigung ein und stellte vor Ort rasch fest, dass dies selbst für Stadtmuffel wie mich zu wenig Zeit ist, um Valetta auch nur ansatzweise erkunden zu können. Letztlich habe ich mehrere Vormittage in Valetta verbracht und ich habe bei jedem Spaziergang durch die Straßen und Gassen immer wieder Neues in dieser faszinierenden Stadt entdeckt.

Tritonbrunnen Schon als der Bus, in den ich in Buġibba gestiegen war, nach knapp 40-minütiger Fahrt auf den zentralen Busplatz fuhr, war ich von dessen Größe beeindruckt. Dieser Busplatz gehört verwaltungstechnisch zur Stadt Floriana, die jedoch längst mit Valetta zusammengewachsen ist. Wenn also jemand von der Haltestelle "Valetta" spricht, dann ist normalerweise der zentrale Busplatz gemeint, in dessen Mitte sich der Tritonbrunnen befindet (siehe Foto in diesem Abschnitt).

Pferdekutschen in Valetta Um den Platz herum stehen kleine Imbissbuden und Verkaufsstände, wo man neben Obst, Gemüse und Getränken auch hervorragendes Gebäck einkaufen kann. Dort sind für wenig Geld leckere herzhafte Snacks wie Pastizzi (siehe Kapitel "Kulinarisches") und schmackhafter Kuchen zu haben. Außerdem wird unmittelbar neben dem Busplatz sonntags der berühmte Markt abgehalten, den man einmal besuchen sollte, wenn man drängelnde Menschenmassen nicht scheut. Direkt neben dem Markt warten Pferdekutschen auf Touristen, die gern eine nostalgisch angehauchte Stadtrundfahrt unternehmen möchten.

Stadtmauern von Valetta Das Stadttor und die mächtigen Stadtmauern Valettas (siehe Abbildung rechts) sind ein außergewöhnlicher Anblick, der sogar mich ausgesprochenen Architektur-Muffel in seinen Bann geschlagen hat. Bislang hatte mich noch keine Mauer einer anderen Stadt beeindrucken können. In Valetta war das ganz anders, denn ich kam ins Grübeln darüber, wie diese gewaltigen Mauern gebaut worden sind. Angesichts der hohen Temperaturen, die meist auf Malta herrschen, muss es eine unvorstellbare Strapaze gewesen sein, dieses massive Bauwerk zu errichten, zumal es früher keine Maschinen gab, die den Erbauern ihre Arbeit hätten erleichtern können. Der Grundstein der Stadt wurde am 28. März 1566 vom Ordensgroßmeister Jean de la Valette gelegt. Mauern und Bauten bestehen aus dem für das Land charakteristischen Sandstein, dessen Beige allerorten die vorherrschende Farbe ist.

Straße in Valetta Nachdem man das Stadttor durchschritten hat, befindet man sich mitten auf der belebten Republik Street, an der viele Sehenswürdigkeiten liegen. Um ein möglichst umfassendes Bild von der Stadt zu erhalten, sollte man jedoch unbedingt auch durch andere Straßen spazieren. Hierbei sind insbesondere die kleinen Seitenstraßen besonders zu erwähnen, denn sie offenbaren den ganzen Charme der Stadt. Viele der schnurgeraden und gitternetzförmig angelegten Straßen führen abwechselnd bergauf und bergab, so dass man sich manchmal fast eher in San Francisco wähnt als auf einer Mittelmeerinsel (siehe Foto rechts). Auch können die rot-weißen Flaggen, die an die dänische Nationalflagge erinnern, irritieren. Sie gehen auf die Zeit der Johanniter zurück und haben nichts mit extremem Nationalstolz ausgewanderter Dänen zu tun.

Delfin-Türklopfer Löwenkopf-Türklopfer Schauen Sie beim Erkunden von Valetta auf die vielen Details, die die Stadt zu bieten hat. Einige Türen werden von den für das Land typischen Türklopfern geziert, die meist aus Messing gefertigt sind. Sie werden in vielen Geschäften als Souvenir verkauft und sind bei den meisten Touristen sehr beliebt. Den Maltesern selbst haben es vor allem die Delfine angetan, diese sieht man als Türklopfer am häufigsten, siehe Foto ganz rechts. Aber auch andere Tiergestalten, wie Löwenköpfe finden sich unter den Türklopfern.

Heiligenstatue Ebenso charakteristisch für die maltesischen Städte sind die Heiligenstatuen, die an vielen Hausecken angebracht sind. Kleine Lämpchen beleuchten diese Statuen nach Einbruch der Dunkelheit. An manchen Statuen sah ich Blumen, die offenbar von den gläubigen Einheimischen dort niedergelegt worden waren. Viele dieser Statuen stammen aus vergangenen Jahrhunderten und lassen die große Gottesfürchtigkeit der Einwohner Valettas erahnen. Die Statuen stehen unter Denkmalsschutz, was für die gesamte Stadt Valetta gilt. Damit nimmt die maltesische Hauptstadt in Europa eine ganz besondere Stellung ein, weil in keiner anderen Kapitale sämtliche Statuen unter Schutz stehen.

Upper Barakka Gardens Eine schattige Oase der Ruhe sind die Upper Barakka Gardens, in denen es in üppiger Pracht grünt und blüht. Ursprünglich wurde die Anlage als Exerzierplatz von den Johannitern genutzt. Gemütliche Bänke laden heute zum Verweilen vor dem Springbrunnen ein. Felsentauben und Haussperlinge flattern in Scharen durch die Gärten, um die von den Menschen fallen gelassenen Krümel eilig aufzupicken. Vom äußeren Bereich aus hat man eine herrliche Aussicht auf den Grand Harbour sowie die Cottonera beziehungsweise "The Three Cities" (siehe Foto unter diesem Absatz).

Senglea, La Cottonera Ein Ort der Ruhe ist auch die Landzunge Senglea, die zur Cottonera, also zu den drei Städten, gehört. In der Zeit von 1553 bis 1557 ließ der Großmeister Claude de la Sengle, nach dem die Gegend benannt worden ist, auf der Halbinsel Lagerräume für seinen Orden erbauen. Beiderseits der Landzunge erstrecken sich heute die Malta Drydocks, also die Trockendocks, die man von den Upper Barakka Gardens aus hervorragend überblicken kann.

Verwitterte Skulptur In den Upper Barakka Gardens finden sich etliche alte Statuen, die einst aus dem allgegenwärtigen Sandstein gefertigt worden sind. Diejenigen von ihnen, die man damals in exponierter, ungeschützter Lage aufgestellt hat, zeigen teils starke Verwitterungsspuren. Sonne, Wind und Regen haben keinerlei Achtung vor von Menschenhand erschaffenen Kunstwerken. Von der ursprünglichen Pracht der Skulpturen ist aufgrund dieser zerstörerischen Einflüsse vielerorts kaum noch etwas zu erkennen.

Häuser in Valetta Beeindruckend ist es, den Blick über die Häuser Valettas schweifen zu lassen. Von den Upper Barakka Gardens aus hat man eine besonders prächtige Aussicht. Man erkennt deutlich den Antennendschungel auf den Dächern, der darauf schließen lässt, dass Malteser wie fast alle Europäer gern vor dem Fernseher sitzen. Wer genau hinschaut, sieht auch etliche Dachgärten und zahlreiche winzige Balkone an den beige gefärbten Mauern kleben.

Tempel in den Lower Barakka Gardens Auch einen Abstecher in die Lower Barakka Gardens sollte man sich während eines Besuchs der Hauptstadt nicht entgehen lassen. Viele Reisende meinen zwar, die kleineren Gärten hätten verglichen mit den großen (Upper Barakka Gardens) wenig zu bieten, was allerdings nicht stimmt. Der kleinere Exerzierplatz bietet ebenso schöne Aussichten, viel Schatten für eine idyllische Pause bei der Erkundung Valettas und außerdem beherbergen die Gärten einen neoklassizistischen Tempel (siehe Abbildung in diesem Absatz).

Siege Bell Memorial Vom hinteren Bereich der Lower Barakka Gardens aus hat man einen herrlichen Blick auf das Siege Bell Memorial, das mittags geräuschvoll läutet. Der tiefe, volle Klang der gewaltigen gusseisernen Glocke geht einem durch Mark und Bein, man spürt die akustischen Wellen geradezu als Erschütterung im eigenen Körper. Das Mahnmal wurde auf einer ehemaligen Artilleriestellung errichtet und es soll an die Malteser erinnern, die während der zweiten großen Belagerung des Landes, also im Zweiten Weltkrieg, ums Leben gekommen sind.

Neptune's Court im Großmeisterpalast Mitten in Valetta liegt der Großmeisterpalast (Grand Master's Palace). Für mich war der Besuch dieses Bauwerks eines der Highlights meiner Ausflüge nach Valetta. Wieso das Gebäude seinerzeit an seiner heutigen Position erbaut wurde, ist nicht ganz klar, da der Palast für den Großmeister eigentlich an der höchstgelegenen Stelle der Stadt errichtet werden sollte. Die hohen Räume des Gebäudes sind ausgesprochen beeindruckend und beherbergen eine große Zahl militärischer Ausstellungsstücke wie antike Uniformen und Waffen.

Pinto-de-Fonseca-Uhr Von außen sieht der Palast eher schlicht aus. Innen offenbart sich den Besuchern dann seine wahre Pracht. Vor allem die beiden Innenhöfe Neptune's Court (siehe Foto oben rechts) und Prince Alfred Court sind grüne Oasen im ansonsten fast komplett beige gefärbten Stadtbild. Diese Innenhöfe beherbergen einige große Palmen und etliche kleinere Pflanzen. Ferner kann man die Pinto-de-Fonseca-Uhr mit ihren türkischen Figuren und dem Glockenspiel aus dem Jahre 1745 im Prince Albert Court bewundern (siehe Foto in diesem Absatz).

Löwenstatue im Prince Alfred Court Im Prince Alfred Court finden sich zudem einige gut erhaltene Statuen, wie etwa die in der Abbildung rechts gezeigte Löwenskulptur. Das aus Stein gearbeitete Tier wirkte ausgesprochen lebensecht auf mich, denn der Künstler hat die Augen des Löwen so angeordnet, dass sie den Betrachter ständig aus jeder Perspektive mit starrem Blick zu fixieren scheinen, obwohl sie nicht bemalt oder anderweitig behandelt worden sind.

Kirchen in Valetta Sollten Sie nun Lust auf einen Spaziergang durch diese faszinierende Stadt bekommen haben, fliegen Sie am besten demnächst einmal selbst nach Malta. Im Kapitel "Reisetipps" finden Sie einige Hinweise, die ich in Bezug auf einen Urlaub in Malta für wichtig halte. Das Foto rechts zeigt zwei der bekanntesten Kirchen Valettas. Rechts im Bild liegt die Karmeliterkirche und links daneben befindet sich die Anglikanische Kirche (St. Paul's). Einen besonders schönen Blick auf die beiden christlichen Bauwerken haben Sie von der St. Andrew Bastion aus, von wo aus auch die hier gezeigte Abbildung entstand.

Mehr über die Geschichte Valettas finden Sie in vielen der gedruckten Reiseführer oder auf den Internetseiten, die im Kapitel "Reiseliteratur & Linktipps" empfohlen werden.

 
                 

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