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          Noddi Ein Großteil der Vogelarten, die auf den Seychellen vorkommen, sind Wasser-, Wat- oder Seevögel. Manche abgeschiedene Insel bietet insbesondere den scheuen Seevögeln hervorragende Brutmöglichkeiten, so zum Beispiel Bird Island, wo der Name Programm ist. Den meisten See- und Wasservögeln begegnete ich auf dieser Insel; einige weitere sah ich auf Mahé. Hinter den Kurzbeschreibungen der in diesem Kapitel abgebildeten Vogelarten ist jeweils der Ort, an dem die einzelnen Aufnahmen entstanden sind.

Foto rechts: Noddi auf Bird Island

Feenseeschwalbe (White Tern, Gygis alba)

Feenseeschwalbe FeenseeschwalbeUnverwechselbar und anmutig ist das Aussehen der Feenseeschwalben. Ihr weißes Gefieder steht im Kontrast zu den großen, schwarzen Augen. Der Schnabel ist von der Wurzel bis etwa zur Mitte mitternachtsblau und verläuft zur Spitze hin in tiefes Schwarz. Zwischen den Zehen tragen die etwa 30 Zentimeter großen Tiere Schwimmhäute, was sie als typische Seevögel ausweist. Das Zuhause der Feenseeschwalben sind die tropischen Ozeane in aller Welt, auch auf den Seychellen sind sie als Brutvögel anzutreffen. Die meisten dort brütenden Feenseeschwalben ziehen ihre Jungen auf Bird Island groß; Jungtiere sind das gesamte Jahr über zu finden, weil keine Hauptbrutsaison existiert.

 

Feenseeschwalbe mit JungtierBesonders in den großen Kasuarinen, aber auch in den abgestorbenen Büschen direkt am Strand finden sich auf Bird Island brütende Weibchen und Küken. Die Eier werden direkt auf kahle Äste oder in kleine Astgabeln gelegt, ein Nest baut diese Seeschwalbenart nicht (siehe Foto auf der Bird-Island-Seite). Mir gelang es nur auf Bird Island, mich den Vögeln so weit zu nähern, dass ich wirklich gute Fotos von ihnen anfertigen konnte. Auf La Digue beispielsweise sah ich die Tiere lediglich aus großer Entfernung in einem Baum rasten. (Fotos: Bird Island)

Übrigens: Was für die Lufthansa der Kranich ist, ist für die Air Seychelles die Feenseeschwalbe. Ein stilisiertes Pärchen dieser schönen Seevögel ziert das Logo und die Flugzeuge dieser Fluggesellschaft.

Feenseeschwalbe

Graureiher (Grey Heron, Ardea cinerea)

Graureiher Kein besonders exotischer Anblick sind die Graureiher der Seychellen, da diese Vogelart auch in unseren Breiten vorkommt. In den kleinen eingemauerten Bächen, die in Victoria auf Mahé als Regenabflussrinne dienen, sah ich mehrere Graureiher nach winzigen Fischen jagen. Besonders viele dieser bis zu einem Meter großen Vögel kann man auf Mahé entlang des Küstenstreifens beobachten, der sich zwischen der Hauptstadt Victoria und dem Flughafen befindet. Außerdem leben etliche Graureiher am Hafen von Victoria, wo sie mitunter ein wenig größere Beute machen. Auf den anderen Inseln kommen sie vor allem in ruhigen Küstenbereichen und Mangrovengebieten vor. (Hafenbecken von Victoria, Mahé)

 

Grünschenkel (Common Greenshank, Tringa nebularia)

GrünschenkelEtwa 30 Zentimeter groß und kompakt gebaut ist der Grünschenkel, der seinen Namen aufgrund der grau-grünlichen Färbung seiner Beine trägt. Der lange, schwarz bis graugrün gefärbte Schnabel ist ganz leicht nach oben gebogen. Außerhalb der Brutsaison sind die Vögel unauffällig grau auf der Oberseite und hell auf der Unterseite gefärbt. Grünschenkel leben einzelgängerisch oder paarweise, nur selten sind sie in größeren Gruppen anzutreffen. Sowohl Küstenstreifen, Mangroven, sumpfige Gebiete und auch Süßwasserseen und -tümpel sind Orte, an denen man diese Vögel antreffen kann. Oft verharren sie minutenlang nahezu regungslos auf der Stelle und beobachtete die Wasseroberfläche, um dann blitzschnell zuzuschlagen, wenn sie ihre Beute (kleine Fische, Insekten, Mollusken, Würmer und anderes) erspähen. (Feuchtgebiet im Landesinnern von La Digue)

Kiebitzregenpfeifer (Grey Plover, Pluvialis squatarola)

Kiebitzregenpfeifer Der Kiebitzregenpfeifer ist zwischen 27 und 31 Zentimeter groß. Im Brutkleid, siehe Foto rechts, ist der Rücken dieser Vogelart bräunlich, schwarz und weiß getupft. Gesicht, Kehle, Brust und Bauch sind schwarz gefärbt, die Kloakengegend ist weiß befiedert. Von der Stirn bis in den Nacken verläuft ein weißer Streifen, der Oberkopf ist wie der Rücken bräunlich und schwarz-weiß gesprenkelt. Arktische Inseln und Küstengebiete von Kanada über Alaska bis hin nach Nordost-Russland sind die Brutareale dieser Vogelart. Den Winter verbringen diese Vögel auf dem amerikanischen Kontinent von Kanada bis Argentinien, in Großbritannien, Dänemark, in Nordwest-Afrika und im Mittelmeerraum; einige Vögel überwintern auch in Australien. Im Sommer trifft man diese Vogelart nur selten auf den Seychellen an. Das von mir beobachtete Tier hielt sich gemeinsam mit einigen Wüstenregenpfeifern am Strand auf und war ausgesprochen scheu. (Bird Island)

Kuhreiher (Cattle Egret, Bubulcus ibis)

Kuhreiher In und rund um Victoria leben viele Kuhreiher. Vor allem in der Markthalle begegnet man diesen etwa 50 Zentimeter großen Vögeln. Sie laufen über den in den Auslagen der Stände ausgebreiteten Fisch, von dem sie sich Fliegen herunter picken. Die Seychellois stören sich offenbar überhaupt nicht an den Reihern, sie scheinen sie als Fliegenfänger sogar recht nützlich zu finden. Das Schlichtkleid der Kuhreiher ist rein weiß gefärbt, ihre Beine sind dunkel, der Schnabel ist orange-gelb und auch die Augen sind gelb gefärbt. (Markthalle von Victoria, Mahé)

Noddi (Common Noddy oder Brown Noddy, Anous stolidus)

Noddi Geschickte Fischjäger sind die Noddis. Ich beobachtete vom Strand der Insel Bird Island aus mehrere dieser Vögel bei der Jagd in der Lagune. Die Fische, die die bis zu 45 Zentimeter großen Vögel erbeuteten, waren zum Teil mehr als 15 Zentimeter groß. Im Juni brüten Noddis in großer Zahl auf Bird Island. Viele von ihnen sitzen in luftiger Höhe in abgestorbenen Bäumen oder Kasuarinen auf ihren Nestern. Einige ziehen jedoch offenbar den Boden vor und bauen ihre Nester dicht an Baumstämmen. Das Gefieder der Noddis ist fast am gesamten Körper dunkelbraun gefärbt. Lediglich auf dem Kopf tragen sie hellbraunes Gefieder. Auffällig sind die hellen Bereiche rund um die Augen. Der Schnabel ist schwarz, auch die Beine und Füße sind dunkel. Zwischen den Zehen tragen Noddis Schwimmhäute. (Fotos: Bird Island)

Noddis

Regenbrachvogel (Whimbrel, Numenius phaeopus)

Regenbrachvögel leben während des Sommerhalbjahres in Moorgebieten sowie an vermoorten Seeufern in nördlichen Regionen Eurasiens. Den Winter verbringen sie für gewöhnlich in Westafrika. Auf den Seychellen ist diese etwa 40 Zentimeter große Vogelart vor allem während der Zugzeiten zu beobachten. Auf Bird Island werden auch im Sommerhalbjahr immer wieder vereinzelt kleinere Gruppen dieser Vogelart beobachtet. In den frühen Morgenstunden versammelten sich die unten gezeigten Regenbrachvögel zu kleinen Gruppen von bis zu zehn Tieren, insgesamt sah ich etwa 25 Vögel auf der Insel. Zu erkennen sind die Vögel nicht nur an ihrer Körpergröße, sondern auch an dem nach unten gebogenen, langen Schnabel und ihren trillernden Rufen. (Bird Island)

Regenbrachvögel

Reiherläufer (Crab Plover, Dromas ardeola)

Reiherläufer Während meiner Seychellenreise sah ich nur einen einzigen Reiherläufer. Das Brutgebiet dieser Vogelart erstreckt sich von den Inseln vor Ostafrika bis hin zum Persischen Golf, die Vögel überwintern an den Küsten des Verbreitungsgebiets und auf Inseln im westlichen Indischen Ozean. Reiherläufer sind etwa 40 Zentimeter groß, schwarz-weiß gefärbt und haben sehr lange Beine. Leider lief der von mir beobachtete Vogel nur im Schatten der Bäume umher, so dass ich kein besonders gut ausgeleuchtetes Foto von ihm anfertigen konnte. (Bird Island)

Rußseeschwalbe (Sooty Tern, Onychoprion fuscata)

Rußseeschwalbe Zu Millionen finden sich die Rußseeschwalben zwischen April und Oktober auf Bird Island ein, um dort ihren Nachwuchs großzuziehen. In jedem Nest, also einer Erdmulde im Gras, liegt ein einziges dunkel gesprenkeltes Ei. Alle Vögel brüten in einer gigantischen Kolonie (siehe Foto auf der Bird-Island-Seite), so dass zwischen den Nestern meist nur wenige Zentimeter Platz ist. Über der Brutkolonie liegt ständig das Geschrei unzähliger Rußseeschwalben in der Luft und zwischen den brütenden Tieren kommt es oft zu kleineren Rangeleien. Die bis zu 44 Zentimeter großen, schwarz-weiß gefärbten Seevögel sind überaus geschickte Jäger. Vom Strand aus kann man sie dabei beobachte, wie sie über dem Wasser kreisen und plötzlich pfeilschnell hinab stoßen, um kurz darauf mit einem kleinen Fisch im Schnabel von der Wasseroberfläche abzuheben. Früher trug die Rußseeschwalbe den wissenschaftlichen Namen Sterna fuscata. Sie wurde im Jahr 2005 jedoch in Onychoprion fuscata umbenannt. (Bird Island)

Sanderling (Sanderling, Calidris alba)

Sanderling und Steinwälzer Sanderlinge sind in vielen Teilen der Welt heimisch. Ihre Brutreviere liegen in der arktischen Tundra, den Winter verbringen diese etwa 20 Zentimeter großen Vögel in südlicheren Regionen. Ich habe sie bisher vor allem an der Nordseeküste, an der Algarve sowie in der Karibik beobachtet. Sogar auf den Seychellen kommen sie zuweilen vor, wenn auch nur in sehr kleiner Zahl. Die Körperunterseite dieser Küstenvögel ist weiß gefärbt, die Oberseite ist schwarzweiß gesprenkelt. Der Schnabel und die Beine sind schwarz gefärbt, woran man die Vögel beispielsweise von den meisten Regenpfeiferarten unterscheiden kann, die auf den Seychellen anzutreffen sind. (Bird Island)

Steinwälzer (Ruddy Turnstone, Arenaria interpres)

Steinwälzer Die scheuen, etwas mehr als 20 Zentimeter großen Steinwälzer begegneten mir auf jeder der vier Seychelleninseln, die ich während meiner Reise besuchte. Besonders viele von ihnen leben auf Bird Island, wo sie am Strand sowie auf dem Rollfeld im Gras nach Nahrung suchen. Am Strand trifft man die Tiere meist in kleinen Gruppen an. Im Landesinnern von Bird Island liefen sie jedoch stets allein herum. Steinwälzer tragen ihren Namen aufgrund ihrer Eigenschaft, kleine Steinchen umzudrehen und darunter nach Nahrung zu suchen. Sie fressen kleine Tiere wie Würmer, mitunter auch Krebstiere. Diese Vögel sind an vielen Küsten der Welt heimisch, ich habe sie nicht nur auf den Seychellen, sondern auch in Europa sowie in der Karibik beobachtet. (Bird Island)

Teichhuhn (Common Moorhen, Gallinula chloropus)

Teichhuhn In den gemäßigten, subtropischen und tropischen Zonen Eurasiens, Afrikas sowie Nord- und Südamerikas liegt das Verbreitungsgebiet des Teichhuhns. Zwar kommen in diesem riesigen Gebiet 16 verschiedene Unterarten vor, aber sie sehen einander so ähnlich, dass jeder, der in Mitteleuropa schon einmal ein Teichhuhn gesehen hat, diese Vogelart auch auf den Seychellen sofort erkennen wird. Das Gefieder der etwa 30 Zentimeter großen Vögel ist überwiegend schwarz gefärbt, einige Bereiche sind weiß. Der Schnabel ist leuchtend rot und die Beine grüngelb gefärbt. Auffällig lang sind die Zehen der Vögel. Dank ihnen können die Teichhühner auf Seerosenblättern laufen, denn die langen Zehen verteilen das Körpergewicht so gut, dass die Blätter nur geringfügig ins Wasser einsinken. Weil Teichhühner Allesfresser sind, finden sie in ihrem ans Wasser gebundenen Lebensraum eine Fülle von Nahrung, angefangen bei Wasserpflanzen über Insekten bis hin zu kleinen Fischen. Unter Vogelkundlern wird noch diskutiert, ob die auf den Seychellen lebenden Teichhühner einer eigenen Unterart (Gallinula chloropus seychellarum) angehören oder nicht. (La Digue)

Weißschwanz-Tropikvogel (White-tailed Tropic Bird, Phaethon lepturus)

Weißschwanz-Tropikvogel Weltweit kommen drei verschiedene Tropikvogel-Arten vor, von denen der Weißschwanz-Tropikvogel die kleinste ist. Der eigentliche Körper dieser Vögel ist etwa 40 Zentimeter lang; die dünnen, weißen Schwanzfedern messen ebenfalls etwa 40 Zentimeter. Fast der gesamte Körper ist mit weißen Federn bedeckt, die Flügel sind teilweise schwarz und über den Augen tragen die Vögel schwarze Streifen. Der Schnabel ist gelb gefärbt. Auf dem Speisezettel dieser Vögel, die die meiste Zeit fliegend über dem offenen Meer der tropischen Ozeane verbringen, stehen Fische und Tintenfische. Im Bereich des Indischen Ozeans ist die Unterart Phaethon lepturus lepturus heimisch. Das gesamte Jahr über kann man auf den Seychellen Brutpaare dieser Vogelart antreffen, vor allem auf Bird Island ist es leicht, sie zu beobachten. (Bird Island)

Wüstenregenpfeifer (Great Sand Plover, Charadrius leschenaultii)

WüstenregenpfeiferWüstenregenpfeiferDas weltweite Verbreitungsgebiet des Wüstenregenpfeifers, der in Europa nur ein sehr seltener Irrgast ist, umfasst auch die Seychellen. Dort kommen einige wenige Vögel - meist als Durchzügler - vor. Weil Wüstenregenpfeifer ihre Nahrung vor allem am Spülsaum des Ozeans finden, ist es dort besonders einfach, sie zu beobachten. Auf Bird Island sah ich einige dieser Vögel in Begleitung von Kiebitzregenpfeifern und Steinwälzern. Die gemischte Vogelgruppe suchte am frühen Morgen am Strand nach Nahrung. Wüstenregenpfeifer sind etwa 20 Zentimeter groß, auf der Unterseite des Körpers weiß gefärbt, die Oberseite ist rötlich-braun. Der Streifen unterhalb der Kehle ist ebenfalls bräunlich bis rötlich-braun gefärbt. Wie es für Regenpfeifer typisch ist, trippeln die Vögel schnellen Schrittes über den Sand und picken darin scheinbar hektisch nach Fressbarem. (Bird Island)

 
                 

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