Costa Rica verfügt über unzählige Wasserläufe, Seen, Marschen
und anderweitige Feuchtgebiete, die für mehrere Schildkrötenarten
den idealen Lebensraum darstellen. Zwei Spezies habe ich während meiner Reise beobachtet.
Sehr schlecht sieht die Bestimmungsbilanz bei den Krebstieren aus. An den
Stränden des Landes und auch im Landesinnern kommen viele Krebs- und
Krabbenarten vor, die ich bedauerlicherweise weder in Bestimmungsbüchern noch im
Internet finden konnte. Sollte jemand eine oder mehrere der in diesem
Kapitel gezeigten Krebs- beziehungsweise Krabbenarten identifizieren
können, so würde ich mich sehr über eine Zuschrift per
E-Mail freuen.
(Foto rechts: Rote Landkrabbe in Quepos)
Die bisher durch mich geleistete Bestimmungsarbeit erfolgte mit Hilfe
eines Naturreiseführers für Mexiko, Costa Rica und Mittelamerika
aus dem Kosmos-Verlag sowie mittels einiger Websites. Irrtümer sind
dabei freilich nicht ausgeschlossen. In Klammern finden Sie
hinter jeder Kurzbeschreibung einen Hinweis darauf, wo das
jeweilige Foto entstanden ist.
Rotwangen-Schmuckschildkröte (Meso-American Slider, Trachemys scripta venusta)
Im Bereich des Río Frío hielten sich viele Tiere der nebenstehend
gezeigten Art auf. Diese Schildkröten hatten eine Panzerlänge von
etwa 15 Zentimeter, waren am Hals und am Kopf olivgrün gefärbt und
trugen auf dieser Grundfarbe gelbe, unregelmäßig verlaufende
Streifen. Wenn sich die Tiere der Sonne entgegen reckten, wie es
in der Abbildung rechts zu sehen ist, konnte man ihre rötliche
Unterseite erkennen. An den Füßen waren keine ausgeprägten Schwimmhäute
vorhanden. (Foto: Río Frío)
Schnappschildkröte (Common Snapping Turtle, Chelydra serpentina)
Im Einflussbereich des Río Sarapiquí ist der Grundwasserspiegel
niedrig, die Niederschlagsmenge ist hoch und der Boden kann nicht
beliebig viel Wasser aufnehmen. In einem Waldstück in der Nähe
des Flusses entdeckte ich bei einem Spaziergang einen Tümpel ohne
einen für mich erkennbaren Zufluss, darin befand sich die rechts abgebildete Schnappschildkröte.
Bei genauerem Betrachten fand ich sieben weitere Vertreter dieser Art in dem
Tümpel, vermutlich befanden sich unter Wasser oder an versteckten Stellen des
Ufers noch weitere Schnappschildkröten. Die Tiere wiesen eine durchschnittliche
Panzerlänge von 15 Zentimeter auf und trugen zwischen den Zehen
Schwimmhäute, die sie unzweifelhaft als Wasserbewohner auswiesen. Ausgewachsene
Schnappschildkröten können bis zu 60 Zentimeter groß werden.
(Foto: Selva Verde)
Rote Landkrabbe (Halloween Crab, Gecarcinus quadratus)
Ein sehr auffälliger tierischer Bewohner Costa Ricas ist
die Rote Landkrabbe. Diese Tierart ist acht Zentimeter
groß. Die Rückenpanzer dieser flinken Krabben sind schwarz
gefärbt und tragen hinter den Augen jeweils einen hellen Fleck.
An den Unterseiten sind die Krabben rot gefärbt, auch die Beine sind
rot. Ihre Scheren sind weiß mit violett gefärbten Enden, je nach Tier
ist das Violett mehr oder weniger kräftig. Besonders gern halten
sich Rote Landkrabben auf Felsen und Klippen in Brandungszonen
auf. Mancherorts findet man sie aber auch weit entfernt vom Meer im
Landesinnern. Zur Paarungszeit suchen die Tiere massenhaft
das Meer auf, um ihren Laich den Wellen zu übergeben.
(Fotos: Quepos)
Unbestimmte Krebstierart Nr. 1
Mit ihren rosaroten Körpern und den Fleckenmustern auf ihren
Rückenpanzern waren diese Tiere auf dem Sand gut zu sehen.
Ihre Panzer waren in der Breite etwa drei bis maximal fünf
Zentimeter groß. Das rechts gezeigte Tier war so freundlich,
von allein in einen Fußabdruck im Sand zu laufen. Es handelte
sich dabei um einen Fußabdruck eines Mannes, der in etwa
Schuhgröße 43 hatte. Das rechts gezeigte Tier war also ein
relativ kleiner Vertreter seiner Art. Nur am Strand habe ich
diese Tiere beobachtet, im Landesinnern kamen sie - soweit ich
es beurteilen kann - nicht vor. (Foto: Playa Tortuga)
Unbestimmte Krebstierart Nr. 2
Perfekt an ihre Umgebung angepasst waren diese kleinen
Tiere. Der Panzer des rechts abgebildeten Exemplars war nur
1,5 Zentimeter breit, hellgrau und mit einem hellen Fleckenmuster
bedeckt. Wenn sich die Tiere gerade nicht bewegten, waren sie
aus einiger Entfernung betrachtet kaum vom Untergrund zu unterscheiden. Sie
hielten sich am Strand auf und rannten in ihre Löcher, sobald sie
sich bedroht fühlten. Im Binnenland habe ich diese sehr scheue
Spezies nicht beobachtet. (Foto: Playa Tortuga)
Unbestimmte Krebstierart Nr. 3
Abschnittsweise war der Strand übersät mit Vertretern dieser
recht kleinen Krebstierart. Die einzelnen Tiere wiesen eine
Panzerbreite von maximal einem Zentimeter auf, die meisten waren
noch kleiner. Jeweils eine Schere dieser Tiere war geradezu
überdimensional groß und auffallend hell gefärbt. Mit dieser
unübersehbaren Schere haben die sandfarbenen Tiere
unablässig gewunken. Aufgrund dieser Verhaltensweise liegt
die Vermutung nahe, dass es sich bei dem rechts abgebildeten
Tier um einen Vertreter einer Winkerkrabbenart handelt. Bei
der geringsten Störung rannten die Tiere in ihre Höhlen im Sand,
in deren Nähe sie sich permanent aufhielten. (Foto: Playa Tortuga)
Landeinsiedlerkrebs (Hermit Crab, Coenobita sp.)
Nicht nur Schnecken wohnen in Gehäusen, sondern auch
Landeinsiedlerkrebse. Diese Tiere erreichen je nach Art eine
Körpergröße von bis zu zehn Zentimeter; das rechts
abgebildete Tier war jedoch nur einen Zentimeter groß. Leicht
zu erkennen sind diese Tiere nicht nur daran, dass sie
Schneckenhäuser als Heimstatt mich sich umher tragen. Ihre großen
schwarzen Stielaugen sowie die langen, ebenfalls schwarz gefärbten
Fühler sind sichere Erkennungsmerkmale. Landeinsiedlerkrebse kommen
nicht nur am Strand vor, man trifft sie sogar einige hundert
Meter von der Küste entfernt im Landesinnern an. Auch sind sie keine
reinen Bodenbewohner. So mancher Landeinsiedlerkrebs ist dazu in der
Lage, auf Bäume zu klettern. (Foto: Bahía Drake/Osa-Halbinsel)
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