Costa RicaReptilien & Amphibien
 

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          Abgottschlange (Boa constrictor) im Baum Reptilien und Amphibien gehören zu den Vertretern der costa-ricanischen Tierwelt, denen man praktisch überall begegnet. Sei es an einem heißen Sandstrand oder mitten im Regenwald - überall leben Leguane, Frösche oder Schlangen. Vor allem letztere sind mit mehreren Arten in Costa Rica vertreten, von denen einige zu den giftigsten Spezies des Kontinents zählen. Beim Durchwandern der Natur des Landes sollte man daher unbedingt auf den Wegen bleiben und nicht leichtfertig handeln.

Zwar sind die meisten Schlangenarten ausgesprochen scheu und fliehen den Menschen, aber sie greifen dennoch an, wenn sie sich bedroht fühlen. Eine solche Situation lässt sich durch besonnenes Handeln leicht vermeiden.

Während meiner Costa-Rica-Reise habe ich übrigens nur drei Schlangen zu Gesicht bekommen; in zwei Fällen handelte es sich um die Abgottschlange oder Boa (Beschreibung siehe unten). Die dritte Schlange war eine Lanzenotter, also eine gefährliche Giftschlange. Es war aber nur ein sehr zierliches Exemplar, das am Wegesrand lag. Trotzdem habe ich das Tier respektvoll aus sicherer Entfernung betrachtet, denn es war bereits recht dunkel und unter diesen Umständen hätte die Schlange leicht nervös werden können. Foto oben rechts: Boa in einem Baum, Río Sierpe

Bislang ist es mir bedauerlicherweise nicht gelungen, jede der in diesem Kapitel abgebildeten Reptilienspezies zu identifizieren, denn die Artenvielfalt Costa Ricas ist geradezu überwältigend groß. Über Hilfe bei der Bestimmung würde ich mich sehr freuen, Namensnennungen per E-Mail sind stets willkommen. Die bisherige Bestimmungsarbeit erfolgte mit Hilfe eines Naturreiseführers für Mexiko, Costa Rica und Mittelamerika aus dem Kosmos-Verlag sowie mittels diverser Websites. Irrtümer sind dabei freilich nicht ausgeschlossen. In Klammern finden Sie hinter jeder Kurzbeschreibung einen Hinweis darauf, wo das jeweilige Foto entstanden ist. Eine tolle Website über die Schlangen Costa Ricas ist "World of Snakes".

Die ebenfalls an sich in dieser Tiergruppe angesiedelten Schildkröten finden sich in einem separaten Kapitel!

Goldbaumsteiger (Green and Black Poison Dart Frog, Dendrobates auratus)

Goldbaumsteiger Eine der drei in Costa Rica vorkommenden Pfeilgiftfrosch-Arten ist der Goldbaumsteiger. Die Tiere sind zwischen 2,5 und 4,2 Zentimeter groß und leben in Laub- sowie Regenwäldern. Sie halten sich überwiegend im Wurzelbereich auf, können jedoch auch klettern. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis in Höhenlagen von 800 Meter über dem Meeresspiegel. Ihre Körpergrundfarbe ist schwarz, in seltenen Fällen braun oder sogar bronzefarben. Leuchtend dunkel- bis hellgrüne Bänder und Flecken zieren ihre Körper. Bei manchen Individuen sind diese Muster blaugrün, silbergrau oder sogar weiß. Mit dieser sehr auffälligen Farbverteilung warnen die kleinen Frösche ihre Fressfeinde vor dem giftigen Sekret ihrer Hautdrüsen. Indianerstämme nutzten dieses Gift für die Jagd, indem sie ihre Pfeile damit benetzten, heute wird dies fast ausschließlich in Südamerika noch praktiziert. Aufgrund dieser Nutzung des Froschgiftes werden die Tiere auch als Pfeilgiftfrösche bezeichnet. (Foto: Selva Verde)

Gladiatorfrosch (Gladiator Frog, Hyla rosenbergi)

Gladiatorfrosch Im Badezimmer einer meiner Unterkünfte wohnte dieser nebenstehend abgebildete Gladiatorfrosch. Er war zwischen fünf und sechs Zentimeter lang, nachtaktiv und am gesamten Körper hellbraun bis rötlichbraun gefärbt. Die Farben verliefen zwar ineinander, ein Muster war auf seinem Körper jedoch nicht zu erkennen. Die Augen waren je nach Intensität des Lichteinfalls orange bis bräunlich gefärbt. Das Tier kletterte an der Wand auf und ab, sprang auf dem Kulturbeutel meiner Mitreisenden umher und schien insgesamt wenig lichtscheu zu sein. Wo sich der Frosch tagsüber aufhielt und wovon er sich ernährt hat, ist mir leider nicht bekannt. Die Umgebung der Unterkunft war bewaldet und befand sich ganz in der Nähe der Pazifikküste. In manchen Literaturquellen wird diese Spezies auch als Rosenbergs Laubfrosch bezeichnet. (Foto: Playa Tortuga)

Unbestimmte Froschart Nr. 1

Unbestimmte Froschart Nr. 1 Ich selbst kann Hotelpools in aller Regel nicht besonders viel abgewinnen, der rechts gezeigte Frosch dafür umso mehr. Der Rumpf des Tieres war etwa drei Zentimeter lang und ich nehme an, dass es sich um einen noch sehr jungen Frosch gehandelt hat. Im flachen Bereich des Pools schwamm das Tier umher, wobei man es bestens beobachten konnte. Die auf dem Foto sichtbare Maserung des Körpers war in Wirklichkeit ein wenig kontrastreicher, es handelte sich um ein fleckiges, dunkelbraunes Muster auf hellerem braunem Grund. Beide Vorderbeine waren recht hell gefärbt, die Hinterbeine dagegen erheblich dunkler. Der Hotelpool lag in der Nähe eines kleinen Waldgebietes, das seinerseits nur einige hundert Meter von der Pazifikküste entfernt lag. (Foto: Playa Tortuga)

Agakröte (Cane Toad, Bufo marinus)

Agakröte Begegnet man einer voll ausgewachsenen Agakröte, so gerät man angesichts ihrer stattlichen Größe von bis zu 25 Zentimeter garantiert ins Staunen. Diese Tiere gehören zu den größten Kröten der Welt und ihre Körper verfügen über entsprechend viel Resonanzraum, weshalb sie ziemlich laute Rufe von sich geben können. Hinter den Augen ist je ein graues Gebilde zu erkennen, das sich vom braunen Körper farblich absetzt. Bei diesen Gebilden handelt es sich um die Giftdrüsen der Agakröten. Insbesondere im Bereich des Rückens ist die Haut dieser Krötenart mit Warzen bedeckt. Anzutreffen sind die Tiere in der Nähe von Teichen und Sümpfen sowie an schmalen, seichten Flussläufen. Aber auch in Städten und Dörfern begegnet man Agakröten. Die Tiere tun sich an den von elektrischen Lampen angelockten Insekten gütlich, ihr Speiseplan wird zudem durch Nagetiere, Käfer und zuweilen auch durch Vögel ergänzt. (Foto: Nähe Carara-Nationalpark)

Krokodilkaiman (Spectacled Caiman, Caiman crocodilus)

Brillenkaiman Zu den Alligatoren gehören die zwischen 1,5 bis 2,5 Meter langen Krokodilkaimane. Bei ihnen und allen anderen Alligatoren liegen die Zähne des Unterkiefers bei geschlossenem Maul in Gruben des Oberkiefers, weshalb sie nicht zu sehen sind. Zwischen den Augen der Tiere verläuft ein Steg, der an das verbindende Bauteil einer Brille erinnert - deshalb trägt die Art den alternativen Namen Brillenkaiman. Weltweit werden viele Krokodil- und Alligatorenarten bejagt, die Krokodilkaimane sind bedauerlicherweise die am stärksten bejagte Art. In Costa Rica ist man auf die recht große Population im Schutzgebiet Caño Negro deshalb zu Recht sehr stolz und hat ein wachsames Auge auf die Tiere. Charakteristisch für die Art ist übrigens nicht nur der Steg zwischen den Augen, sondern auch der abwechselnd hell und dunkel gebänderte Schwanz. (Foto: Caño Negro)

Spitzkrokodil (American Crocodile, Crocodylus acutus)

Spitzkrokodil Spitzkrokodil Die meisten Spitzkrokodile sind zwischen 2,3 und 2,8 Meter lang, extrem große Tiere können eine Körpergröße von höchstens sieben Meter erreichen. Aber in Costa Rica hat man bisher nur Tiere mit einer maximalen Körpergröße von 2,5 Meter beobachtet. In den großen Flüssen Mittelamerikas leben diese riesigen Tiere, in Costa Rica trifft man sie garantiert immer an der Brücke an, die den Río Tárcoles in der Nähe des Haupteingangs des Carara-Nationalparks überspannt. Wenn ein Krokodil sein Maul geschlossen hält, sind seine Zähne trotzdem zu sehen - das ist auch bei den Spitzkrokodilen der Fall. Die Iris dieser Tierart ist gelb, was ein weiteres Erkennungsmerkmal darstellt. Spitzkrokodile können übrigens in der Nähe von Flussmündungen durchaus auch im Meer schwimmen. (Fotos: Río Tárcoles)

Stirnlappenbasilisk (Plumed Basilisc, Basiliscus plumifrons)

Stirnlappenbasilisk, Männchen Stirnlappenbasilisk, Weibchen Ausschließlich in der Nähe von Wasserläufen oder stehenden Gewässern leben die Stirnlappenbasiliske. Ausgewachsen sind die Tiere 75 bis 80 Zentimeter lang. Ihre Beine sind lang und der Körper ist leuchtend grün gefärbt. Die Männchen tragen einen Rückenkamm, der schwarze Streifen mit feinen, weißen Rändern aufweist. Charakteristisch für die Art ist der Helm mit dem einzelnen, meist aufragenden Stirnlappen der Männchen (siehe rechte Abbildung). Bei den Weibchen fehlt der Rückenkamm, der Helm ist nur sehr schwach ausgebildet. Die Irisringe dieser Tierart sind gelb gefärbt. Typisch ist auch das weiße Punktemuster auf den Flanken. Stirnlappenbasiliske sind tagaktiv und ruhen sich gern auf Holzstücken im Sonnenschein aus. Im Deutschen trägt diese Art den alternativen Namen Federbuschbasilisk. (Fotos: Río Frío)

Helmbasilisk (Jesus Christ Lizard, Basiliscus basiliscus)

Helmbasilisk, Weibchen Helmbasilisk, Männchen Aufgrund ihrer meist olive-braunen oder gelegentlich auch grünen Grundfärbung sind diese Tiere recht gut getarnt, wenn sie reglos auf Baumstümpfen oder ähnlichen Untergründen verharren. Die helle, leicht gelbliche Streifenzeichnung sowie einige kleine, dunkle Flecken an den Flanken sind der einzige Farbschmuck, den diese bis zu 80 Zentimeter langen Reptilien tragen. Männchen verfügen über beeindruckende, aufstellbare Helme und Rückenkämme, die bis zum Schwanz reichen.

Helmbasilisk, Weibchen In der linken, oberen Abbildung ist ein Männchen im Porträt zu sehen, oben rechts ein grünes Weibchen. Die Weibchen können jedoch auch anders gefärbt sein, wie die nebenstehende Abbildung zeigt. Sie ähneln dann den Männchen erheblich mehr. Helmbasiliske sind in Costa Rica in Wäldern sowie in halboffenem Gelände vergleichsweise häufig anzutreffen. Ihre langen Hinterbeine, die für Basiliske typisch sind, ermöglichen es den Tieren, einige Sekunden lang über Wasser zu rennen. Aus dieser Fähigkeit erklärt sich der englische Name der Reptilienart. (Foto oben links: Fortuna, Foto oben rechts: Bahía Drake/Osa-Halbinsel, Foto unten: Fortuna)

Grüner Leguan (Green Iguana, Iguana iguana)

Grüner Leguan, Weibchen Beeindruckende Erscheinungen sind die Grünen Leguane. Diese Reptilien können eine maximale Körperlänge von zwei Meter erreichen, die meisten Tiere sind jedoch in etwa einen Meter lang. Sie sind tagaktiv und überdies perfekte Kletterer, weshalb man sie oft in Bäumen antrifft. Ihr bevorzugter Lebensraum liegt in der Nähe von Flüssen, die stattlichen Tiere sind gute Schwimmer. Die beiden Geschlechter sehen unterschiedlich aus. In der nebenstehenden Abbildung ist ein Weibchen zu sehen. Bei ihnen ist der Körper grünlich-grau gefärbt und sie verhalten sich ihren Artgenossen gegenüber nur wenig aggressiv. Oft halten sie sich in der Nähe von Artgenossinnen auf. Durch einen Klick auf das Bild des Weibchens gelangen Sie unter anderem zu einem Foto, das eine solche Damengruppe zeigt, die in einem Baum sitzt.

Grüner Leguan, Männchen Orange bis grau-orange sind die Männchen gefärbt, siehe Abbildung rechts. Sie tragen einen leuchtend orange gefärbten Kehllappen und einen Zackenkamm in derselben Farbe, bei dem die einzelnen Zacken bis zu acht Zentimeter hoch empor ragen können. Anderen Männchen gegenüber verhalten sie sich zuweilen sehr aggressiv. Immer wieder sieht man sie mit dem Kopf nicken. Mit dieser Geste signalisieren sie ihre Revieransprüche. Die grauen Streifen am Schwanz werden mit zunehmendem Alter bei beiden Geschlechtern immer dunkler. (Fotos: Leguanbaum etwa auf halbem Weg zwischen Fortuna und Los Chiles)

Unbestimmte Reptilienart Nr. 1

Unbestimmte Reptilienart Nr. 1 Die Nacht gehört in Costa Rica unter anderem den Geckos. Im Land kommen mehrere verschiedene Arten vor. In der pazifischen Landeshälfte habe ich mehrere Tiere der rechts gezeigten Spezies beobachtet. Ihre Körperlänge betrug in etwa fünf bis sechs Zentimeter. Aufgrund des starken Blitzlichtes waren die Tiere auf dem Foto ein wenig überbelichtet, weshalb ich die Helligkeit in der digitalen Version des Bildes stark korrigieren musste. In der Abbildung sind grüne Bereiche am Körper der beiden Geckos zu sehen, die bei der Betrachtung mit dem bloßen Auge nicht so stark aufgefallen sind. (Foto: Quepos)

Unbestimmte Reptilienart Nr. 2

Unbestimmte Reptilienart Nr. 2 Am späten Nachmittag huschte das rechts gezeigte Tier vor der Tür meiner Unterkunft in der Nähe des Río Sarapiquí umher. Sein Körper wies eine helle Unterseite auf, die Oberseite war hell und dunkel gestreift. Auf dem Kopf, der braun gefärbt war, fiel ein Streifenmuster auf, das in sich dunkel- und hellbraun gemasert war. Auch die Beine und Zehen waren gestreift, das Muster wurde immer enger, je filigraner die Extremität war. Etwa 20 Zentimeter war das Reptil lang, sein Name ist mir leider unbekannt. (Foto: Selva Verde)

Unbestimmte Reptilienart Nr. 3

Unbestimmte Reptilienart Nr. 3 Etwas zierlicher als die anderen kleinen Reptilien war das rechts gezeigte Tier, es maß vom Maul bis zur Schwanzspitze knapp 15 Zentimeter. Auch war dieses Reptil deutlich dunkler als die meisten anderen Arten, seine Körperfärbung erschien erst aus der Nähe betrachtet inhomogen. Die zarte Zeichnung war nur wenige Nuancen heller als der dunkelgraue, leicht bräunliche Untergrund. Die hellbraunen Irisringe standen in starkem Kontrast zur dunklen Körperfarbe. Das Reptil hielt sich am Vegetationspunkt einer Palme auf und versteckte sich bei der geringsten Störung im "Wald" aus Palmwedelstielen. Beobachtet habe ich das Tier auf dem Hotelgelände meiner Unterkunft in der Nähe der Pazifikküste. (Foto: Playa Tortuga)

Peitschenschwanz-Ameive (Central American Ameiva, Ameiva festiva)

Peitschenschwanz-Ameive Im Bereich des Unterholzes des karibischen Tieflandregenwaldes lagen viele Blätter auf dem Boden. In dieser Blätterschicht war die rechts gezeigte, etwa 15 Zentimeter lange Peitschenschwanz-Ameive bestens getarnt. Ihr hell und dunkel gemusterter Körper verschwamm im Licht-Schatten-Spiel des Regenwaldes perfekt mit dem Untergrund. Erst als sich das Tier bewegte und ein raschelndes Geräusch im welken Laub verursachte, wurde ich auf das Reptil aufmerksam. Diese in feuchten Wäldern lebende, tagaktive Spezies wird in manchen Literaturquellen auch als Zentralamerikanische Ameive bezeichnet. Ausgewachsene Exemplare können bis zu 32 Zentimeter lang werden, wenn man den Schwanz mit einrechnet, die Länge vom Kopf bis zum Ende des Rumpfes beträgt bei erwachsenen Vertretern der Art etwa 18 Zentimeter. (Foto: Selva Verde)

Regenbogen-Ameive (Rainbow Ameiva, Ameiva undulata)

Regenbogen-Ameive Ebenfalls im Bereich des Unterholzes, allerdings im pazifischen Teil des Landes, hielt sich die rechts abgebildete Regenbogen-Ameive auf. Ihre Kehlgegend war rot gefärbt, was auf dem Foto leider nur relativ schlecht zu erkennen ist. Die Körperlänge betrug in etwa zwölf Zentimeter. Das Tier, sehr wahrscheinlich ein Weibchen, war in der Blätterschicht unterwegs und suchte dort nach Nahrung. Es war zudem ausgesprochen scheu und rannte sofort davon, sobald ich mich nur ein wenig bewegte. Die untere Körperhälfte wirkte trotz der vielen dunklen Flecken insgesamt sehr hell. (Foto: Playa Tortuga)

Vierstreifenameive (Four-lined Ameiva, Ameiva quadrilineata)

Vierstreifenameive, Jungtier Der Strand in der Nähe der Hotelanlage, in der ich untergebracht war, erwies sich bei meinem Spaziergang am Mittag als sehr heißes "Pflaster". Enorme Hitze stieg vom dunklen Sand auf und ich vermute, ohne Schuhe hätte man dort nur mit feuerfesten Füßen entlang laufen können. Der rechts gezeigten, noch recht jungen Vierstreifenameive schien die Hitze nichts ausgemacht zu haben, denn sie lief über den Sand und blieb sogar im Sonnenschein sitzen. Das Tier war etwa zwölf Zentimeter lang und trug ein auffälliges Streifenmuster auf der oberen Körperhälfte. Der Schwanz war bläulich und nicht gestreift, was bei Jungtieren dieser Art und auch einiger verwandter Spezies normal ist. Aufgrund ihrer Farbe sind die Schwänze besonders auffällig und werden im Falle eines Angriffs daher von (Fress-)Feinden meist als erstes ins Visier genommen. Da Ameiven wie andere Reptilienarten ohne Schwanz überleben können, dient die blaue Farbe der Verbesserung der Überlebenschancen der Jungtiere. (Foto: Playa Tortuga)

Many-scaled Anole, Anolis polylepis

Many-scaled Anole Auf einem Stück Holz am Rande eines kleinen Waldstückes saß das rechts gezeigte Tier, dessen deutschen Namen ich leider nicht kenne. Es hatte einen insgesamt recht hell wirkenden, bräunlichen Körper und war rund zwölf Zentimeter groß. Auffällig waren die weißen Streifen, die von den Schulter- bis zu den Hüftgelenken verlieren. Der Brustbereich war mit einem rötlichen, fein gesprenkelten Muster bedeckt, das man in der vergrößerten Version der Abbildung ansatzweise erkennen kann. Bei Aufregung wird der dort liegende Hautlappen ausgestülpt, was für die Art typisch ist. Um die dunklen Augen trug das Tier hellbraune Ringe. An beiden Beinpaaren waren zarte Streifenmuster zu erkennen, wobei die Breite der Streifen zu den Zehen hin jeweils abnahm. (Foto: Playa Tortuga)

Brown Anole, Norops polylepis

Norops polylepsis Ein Großteil der Körperlänge dieses Reptils machte der Schwanz aus, insgesamt maß das Tier etwa 15 Zentimeter. Der Kopf wirkte relativ zum Rumpf ein wenig breit und klobig. Die Haut war durchscheinend und hellbraun. Nur sehr schwach war ein zartes Muster darauf zu erkennen. Vor allem im Bereich des Schwanzes waren cremefarbene, recht dünne Streifen vorhanden. Ein ähnliches Streifenmuster war auf den Beinen und Zehen zu sehen. Wie bei den meisten anderen kleinen Reptilienarten wurden die Abstände zwischen den hellen Streifen zu den filigranen Zehen hin auch bei diesem Exemplar von Norops polylepis immer schmaler. Das Tier hielt sich am Rande eines lichten Waldgebietes auf und blieb stets im Schatten. Früher wurde diese Art, deren deutscher Name mir leider nicht bekannt ist, als Anolis sagrei bezeichnet. (Foto: Quepos)

Striped Litter Skink, Sphenomorphus cherriei

Sphenomorphus cherriei Neben vielen kleinen Eidechsen und großen Leguanen kommen in Costa Rica auch einige Skinke vor. Das nebenstehend gezeigte Tier habe ich als Sphenomorphus cherriei identifiziert, bedauerlicherweise ist mir der deutsche Name dieser Art nicht bekannt. Der Skink war etwas mehr als zehn Zentimeter lang, scheu und flink. Er hielt sich in einem mit welkem Laub bedeckten Bereich am Rande eines kleinen Wäldchens auf. Besonders auffällig war sein glänzendes, wie poliert wirkendes Schuppenkleid. An den Flanken erstreckten sich dunkle Streifen, die Oberseite des Körpers war mittelbraun gefärbt. (Foto: Playa Tortuga)

Schwarzer Leguan (Black Iguana, Ctenosaura similis)

Schwarzer Leguan Schwarzer Leguan Auf eine recht stattliche Körpergröße von maximal 1,2 Meter bringt es der Schwarze Leguan. Diese Tierart ist variabel gefärbt, die Farbpalette reicht von hellbraun oder beige bis graublau. Leicht zu erkennen sind die Leguane an den dunkeln Bändern, die quer über Rumpf und Schwanz verlaufen, siehe linkes Foto. Beide Geschlechter tragen einen Rückenkamm, bei den Männchen ragt dieser jedoch höher empor als bei den Weibchen.

Schwarzer Leguan Schwarze Leguane nehmen überwiegend vegetarische Kost zu sich, verschmähen zuweilen aber auch Mäuse nicht. Vielerorts werden Leguane vom Menschen angefüttert und verlieren sämtliche Scheu. Sie laufen auf Straßen umher und nähern sich arglos den Fahrzeugen. Durch das Füttern dieser Tiere leistet man dem traurigen Umstand Vorschub, dass immer mehr Leguane Opfer des Straßenverkehrs werden. Die Natur bietet mehr als genug Nahrung für die Schwarzen Leguane, so dass eine Fütterung durch den Menschen völlig unnötig und für die Tiere aus dem genannten Grund sogar lebensgefährlich ist. (Fotos oben: Nähe Carara-Nationalpark, Foto unten: Manuel Antonio)

Abgottschlange (Boa, Boa constrictor)

Abgottschlange Bei den meisten Menschen lösen Schlangen große Furcht aus, die wenigsten finden die Tiere interessant. In Costa Rica gilt: Eine Boa, die man entdeckt hat, stellt nur noch mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit eine Gefahr dar. Abgottschlangen erwürgen ihre Opfer, nachdem sie sie von einem Versteck aus anvisiert und oft von oben angreifend erwischt haben. Wenn man diese zwischen 2,5 und 5,5 Meter langen Reptilien auf dem Boden vorfindet, können sie dies folglich nicht. Trotzdem sollte man einen Sicherheitsabstand einhalten, allein schon um die Schlange nicht zu stören. Es ist also nicht nötig, in Panik zu verfallen, wenn man eine Abgottschlange irgendwo im Gebüsch oder auf dem Boden liegen sieht. Eine ausgiebige Betrachtung der schön gezeichneten Tiere aus gebührendem Abstand ist ein ganz besonderes Erlebnis! Boas klettern auch auf Bäume, dort erbeuten sie beispielsweise Vögel oder Säugetiere, die im Geäst umher klettern. Bevorzugte Lebensräume dieser Schlangenart sind Küsten, Halbwüsten und sumpfige Regenwälder bis in Höhenlagen von 1.500 Meter über dem Meeresspiegel. (Foto: Arenal-Nationalpark)

 
                 

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